SECONDS – das Köln Magazin – Ausgabe 20. September 2014

18.08.2015 10:21

Heilung durch Ernährung

Medizin ist einfach. Die Heilung beginnt mit Vertrauen in sich selbst.

Unser Immunsystem liegt im Darm - Wir sprachen mit Jean-Claude Alix in seiner Praxis,
über Methoden der Heilung und über sein Buch: "Es geht um Ihren Darm"

Von Maggi Dreszer

SECONDS: Nach dem Studium der Naturwissenschaften, der Physik, der Mathematik und der Chemie und der Entwicklung von Computersystemen für Ärzte, waren Sie doch eigentlich prädestiniert für das Studium der Humanmedizin. Was hat Sie dazu bewogen Ihre ehemalige Karriere an den Nagel zu hängen und sich dem Studium der Naturheilkunde zu widmen?

Jean-Claude Alix: Das Leben in der Ellenbogen-Gesellschaft amerikanischer Computer-Hersteller ist nicht besonders spirituell angehaucht. Auch wenn ich sehr „erfolgreich“ war, wusste ich, dass es nicht lange so weitergehen konnte. Das was ich damals Schicksal nannte -und heute Fügung- brachte mir die Möglichkeit zu wechseln. Private familiäre Probleme, ein mächtiger Motorrad-Unfall und nicht zuletzt der Verkauf meiner Firma erzwangen den Sprung. Warum Medizin, kann ich nicht beantworten. Das war eine Eingebung mitten in einer Nacht. Nach dem Abitur hätte ich gerne Medizin an der Uni studieren wollen, wusste aber, dass meine Eltern es niemals finanziert hätten. An dieser kritischen Stelle 1986 kam dieser Gedanke noch einmal wieder hoch. Glücklicherweise war es nicht möglich, ich wurde Heilpraktiker. Später musste ich über meine Diplomarbeit als Informatiker über „automatische Diagnose Herstellung bei Herz-Erkrankungen durch pattern-recognition“ lächeln. Der Weg war von langer Hand vorbereitet.

SECONDS: Sie schreiben: „Noch nie haben wir so junge Krebspatienten, noch nie hatten wir Kinder-Hospiz, noch nie so junge Diabetiker, noch nie so viele Herzinfarkte und Schlaganfälle bei so jungen Menschen wie heutzutage“, obwohl die Medizin so fortschrittlich ist. Wie kommt das?

Jean-Claude Alix: Die Antwort ist so einfach wie traurig, und es gibt hierzu mehrere Gründe. Erst einmal leben wir in einer Gesellschaft, die von Geld, um nicht zu sagen von Raffgier gesteuert wird. Niemals dürfen Sie sagen, dass die im Fernsehen und in allen Medien angepriesene Ernährung gesundheitsschädigend ist. Sie ist es aber. Und seitdem Fastfood und die Zucker-Industrie die finanzielle Welt der Nahrungsmittelindustrie beherrscht, können und dürfen sich die unsinnigsten Sprüche wie „high proteine-low carb“ etablieren. Kinder sollen angeblich Kuh-Milch trinken und Fleisch essen, aber Getreide und Reis vermeiden. Das Ergebnis lesen Sie in jeder Zeitung und sehen es in Ihrer Umgebung.

Ein zweiter Grund ist, dass junge Ärzte im Sinne der Industrie ausgebildet werden. Es wird nicht an der Ursache therapiert, sondern alles unterdrückt. Schlimmer noch: die universitäre Medizin kennt die Ursachen der Erkrankung nicht. Das ist sehr traurig. Dass diese Vorgehensweise eine medizinische Makulatur ist, spricht für sich selbst. Und so werden kleine Kinder in ihrer Integrität schwer verletzt. Es ist nicht verwunderlich, dass bereits Vorschulkinder Diabetes, Schlaganfälle oder Krebs bekommen. Diese Gesellschaft muss sich ändern. Lesen Sie hierzu mein Buch: „Es geht um Ihr Leben“.

SECONDS: Sie leiten seit 1999 das Naturheilzentrum Buchweizenberg in Solingen Ohligs, das weit über die Grenzen von Solingen, unter Menschen, die alternative Heilmethoden suchen, bekannt ist. Welche Patienten suchen Sie und Ihr Team auf? Unter welchen Erkrankungen leiden sie?

Jean-Claude Alix: Wir behandeln alle Erkrankungen, die im Rahmen des Heilpraktikergesetzes erlaubt sind, und das sind fast alle. Wir behandeln Kleinkinder und Greise. Unsere Tür ist allen offen im Rahmen unserer Möglichkeiten. Zehn Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker therapieren nach meinen Methoden. Da ich Informatiker war, arbeiten wir sehr logisch nach dem Motto: „Wenn die Ursache weg ist, dann ist auch die Problematik weg“. So einfach kann Medizin sein. Dass diese Sicht der Therapien so erfolgreich sein kann, hat mich selbst überrascht. Seit 24 Jahren therapiere ich und lerne immer noch jedes Jahr eine neue Therapieform hinzu, um den Horizont zu erweitern. Vor wenigen Wochen hat der Meister der Akupunktur, John Boel, uns im Hause seine Künste weitergegeben.

Wir haben vier Hauptbereiche, weshalb Patienten aus Deutschland, aus ganz Europa und sogar einige wenige von Übersee zu uns kommen. Erstens die Wiederherstellung der Statik der Knochenstruktur mit einer extrem sanften Chiropraktik à la Buchweizenberg. Dann alle Probleme, die mit Darm, Ernährung, Haut, Krebs und Diabetes zu tun haben. Drittens alle Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viertens – durch die wundersame Therapieform unseres Lehrers Werner Meinhold – Tiefenpsychologie und HITT ®-Hypnose gegen psychische Entgleisungen. Dazu kommen Besonderheiten wie Dunkelfeld- und Magnet-Resonanz-Diagnostik (Time Waver). Es gäbe noch viel zu sagen, nur das würde den Rahmen sprengen, aber einen Punkt noch: Wir behandeln auch Augenprobleme inklusive Makula-Degeneration naturheilkundlich.

SECONDS: Ihr Leitmotiv ist: „Medizin ist einfach“ und in der Tat sind Ihre medizinischen Ratgeber sehr logisch und verständlich aufgebaut. Warum ist Ihnen so sehr daran gelegen neben der Behandlung von Krankheiten aufzuklären?

Jean-Claude-Alix: Ein weiser Mann hat mal gesagt: „Doch unter allen Heilmitteln sind weise Worte am heilkräftigsten.“ Die Heilung beginnt mit Wissen und Vertrauen. Die Krankheit beginnt wahrlich erst mit der Diagnose. Ich möchte aufgeklärte Patienten, denn die Therapie ist nur eine logische Folge des Verständnisses der Entgleisung. Wenn die Menschen verstanden haben was die Ursache war, dann therapieren sie sich und heilen sich selbst mit Inbrunst. Der Behandlungsplan wird zur Selbstverständlichkeit. Somit entlassen wir unsere Patienten in die Freiheit der Therapie, nachdem ihnen die Werkzeuge gezeigt wurden. So konnten sich viele Menschen auch nur durch das Lesen meiner Bücher selbst therapieren. Unzählige Nachrichten an uns bestätigen es. Und es gibt noch einen Grund. In der offiziellen Medizin herrscht eine ungezügelte Spezialisierung. Bei uns ist es umgekehrt. Der Abstand und das Allgemeinwissen ermöglichen eine globale Sicht auf die Probleme, die für den Erfolg absolute Voraussetzung sind.

SECONDS: Sie schreiben, dass die Menschen über sehr wenig Informationen zu den grundlegenden Vorgängen des Körpers verfügen. Trotz des Biologieunterrichts an Schulen, zahlreicher Fach- und Laienliteratur und im Zeitalter des Internets. Wird es Zeit, den Biologieunterricht an den Schulen zu reformieren?

Jean-Claude Alix: Die Biologie, wie sie heutzutage gelehrt wird, ist grundsätzlich falsch. Wenn ich erkläre, dass Viren, Bakterien und andere Formen nur verschiedene Entwicklungsstadien der gleichen Mikroorganismen sind, verlassen viele Biologen den Raum. Das ist nicht argumentativ und auch nicht wissenschaftlich. Dabei ist die Herleitung ganz einfach. Sie denken nicht darüber nach, dass ein Schmetterling eine Raupe war. Sie halten noch an den Doktrinen von Pasteur,
Virchow und Robert Koch fest: Ein Erreger, eine Form, eine Krankheit. Über diese Naivität darf gelächelt werden oder geweint, wenn man die Folgen daraus sieht. Der Erreger ist niemals die erste Ursache einer Erkrankung, sondern die Folge, denn der Erreger entwickelt sich ausschließlich in einem Milieu, das für ihn günstig ist. Der Satz von Claude Bernard heißt: „Der Erreger ist nichts, das Terrain ist alles.“ Das war die Basis zur Erforschung der Ursachen der Zuckerkrankheit. Daher müssen die ganzen Theorien über Ansteckung neu geschrieben werden.

SECONDS: In einem Ihrer ersten Aufklärungsbücher geben Sie einen tiefen Einblick in die zahlreichen Aspekte, die unseren Darm betreffen und beschreiben zahlreiche Therapieansätze für die Zivilisationskrankheiten. Warum empfehlen Sie in Ihren Therapien die Sanierung des Darms?

Jean-Claude Alix: Fragen Sie einen Bauern, warum er das Feld vorbereitet, bevor er Pflanzen sät. Es entsteht aus einer evidenten Notwendigkeit. Der Darm ist unsere Wurzel. Durch die Darmschleimhaut nehmen wir die stofflichen Informationen, die wir zum Wachstum und Leben brauchen, auf. Entgleist der Darm, so kann der Mensch nicht gesund bleiben. Zivilisationskrankheiten werden so genannt, weil sie ausschließlich bei den so genannten Zivilisierten vorkommen. In Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt mit der höchsten Technologie und der weltweit berühmtesten Chemie, versterben trotzdem täglich mehr als 2.500 Menschen an Zivilisationskrankheiten durch das Unwissen unserer Gesellschaft. In den Zeitungen lesen Sie täglich über Autounfälle auf der Autobahn mit fünf oder sechs Toten, aber die Tatsache, dass 1.000 Menschen an einem Tag an Herzinfarkt oder Schlaganfall versterben, wird nicht mal erwähnt, denn es ist „normal“, und das muss sich ändern. Wer seinen Darm nicht pflegt, wird die Unbarmherzigkeit von Mutter Erde spüren. Naturvölker wissen es. Sie haben wenig Geld, aber essen Früchte von den Bäumen und zwar dann, wenn sie reif sind. Diese Menschen werden häufig über 100 Jahren alt, und stellen Sie sich mal vor: Sie haben keinen Arzt. So können Sie meinen Satz verstehen: „Der Schüssel zur ewigen Gesundheit ist die Darmpflege“.

SECONDS: Die Darmhygiene ist nach wie vor ein Tabuthema, und böse Zungen behaupten, die Darmreinigung sei eine veraltete Methode aus dem letzten Jahrhundert.

Jean-Claude Alix: Wir machen seit 24 Jahren Darmsanierungen nach der Methode Buchweizenberg, die u.a. die Colon-Hydrotherapie beinhaltet. Soviel Erfahrung auf diesem Gebiet hat kaum eine Praxis auf der Erde. Noch nie habe ich etwas Negatives erlebt. Wir haben aber unzählige Darmprobleme, Hautprobleme und sogar Probleme der Sinnesorgane hiermit verschwinden sehen. Die Menschen werden widerstandsfähiger und leistungsfähiger. Was wollen Sie mehr? Und es ist ganz klar, dass diese segensreiche Therapie bekämpft und verunglimpft wird, manchmal sogar von so genannten Professoren der Medizin. Stellen Sie sich mal vor, jeder Mensch in Deutschland würde eine Darmsanierung durchführen. Da bricht die Wirtschaft komplett zusammen. Das geht gar nicht.

SECONDS: In Ihrem Buch finden wir neben der Diagnostik auch neue Strategien.

Jean-Claude Alix: Ja, allerdings ist das Wort Diagnose in der Heilkunde und in unserer Praxis nicht wichtig. Mit einer Diagnose können Sie nichts anfangen. In der westlichen Welt wird sehr viel Aufwand für die Diagnose betrieben, aber am Ende kommt doch nur die Unterdrückung, also wozu das Ganze? Dazu sind die meisten Diagnosen falsch, so wie zum Beispiel 90% der Krebsdiagnosen bei der Mammographie. Es geht uns in der Naturheilkunde mit unserer sogenannten Diagnostik nur um das Verständnis der Ursache. Mit einem Blick ins Dunkelfeldmikroskop kann man sehen, ob ein Mensch übersäuert ist bzw. ob sein Blut gut fließt und Sauerstoff transportiert. Keine andere Methode ermöglicht dies so genau. Die Time-Waver-Diagnostik gibt uns ebenfalls Hinweise auf die Ursachen. Der Rest ist medizinisches Wissen, um diese Informationen in einer Therapie umzusetzen. Unsere Väter hatten diese Geräte nicht und machten insgesamt bessere Medizin als heute allgemein üblich. Der diagnostische Blick verrät dem erfahrenen Therapeuten bereits fast alles. Der inzwischen verstorbene Kollege H.-D. Bach hat hierzu ein kolossales Werk hinterlassen, das sich lohnt zu lesen.

SECONDS: Wie gesagt: Die Regeln des Lebens sind einfach, aber strikt. Wer nicht hören will, muss spüren. Die menschliche Verdauung und die Ernährung sind Themen, die gehen Hand in Hand gehen. Sie schreiben über Ernährungsfehler und beraten Ihre Patienten, setzen sich für eine vegetarische, gar vegane Ernährung ein. Was sind die Eckpunkte: Was sollte ein gesunder Mensch nicht essen? Was sollte ein kranker Mensch in jedem Fall vermeiden?

Jean-Claude Alix: Es geht nicht nur um ethische Gesichtspunkte unter dem urchristlichen Motto „Du sollst nicht töten“. Rein biologisch gesehen, ist der menschliche Körper nicht dafür geeignet tierisches Eiweiß und schon gar nicht chemisch veränderte Produkte zu verarbeiten. Wer sich vegan und naturbelassen ernährt, ernährt sich auf ideale Weise und sozusagen „artgerecht“. Somit kann der „gesunde“ Mensch gesund bleiben und der erkrankte Mensch wieder gesunden. Wir sind nie Jäger gewesen, denn wir haben keine Krallen und wir gehören zu den langsamsten Tiere der Erde. Um zu jagen, brauchte der Mensch beide Hände und einen Pfeil und Bogen, und das kann er erst seit ein paar zehntausend Jahren. Diese Zeit ist im Vergleich zur Entwicklungszeit aus dem Wasser auf das Land von 600 Millionen Jahren lächerlich unwichtig. Are Waerland hat dies mit vergleichender Anatomie der Därme aller Tiere nachgewiesen. Sicher werden Sie nicht sterben, wenn Sie ein Ei oder ein Stück Käse essen, aber es ist wie anderswo auch: Die Menge macht es. Wer mehr als einmal alle zwei Wochen tierisches Eiweiß isst, lagert mehr ein als er verbraucht. Lesen Sie mein Buch „Es geht um Ihr Blut“ und betrachten Sie die Ursache für Diabetes.

SECONDS: Sie geben Ihren Lesern und Ihren Patienten konkrete Umsetzungsmöglichkeiten direkt an die Hand. Können die Patienten bzw. die Betroffenen diese vollständig in Eigenregie regeln?

Jean-Claude Alix: Ja, das ist der große Unterschied zur konventionellen Medizin. Wir wollen keine Abhängigkeit. Deswegen sind unsere Therapien nur zeitbegrenzte Kuren. Ich freue mich über jeden Patienten/in, der/die uns nicht mehr braucht. Sie lernen die Symptome zu erkennen und haben so den Behandlungsplan in der Hand.

SECONDS: Am wichtigsten ist wohl eine frische Zubereitung und Rohkost. In Zeiten von Fastfood, in einer schnelllebigen Gesellschaft weisen Sie auf die bewusste Zubereitung in der Heimküche hin. Ist das heutzutage für den Otto-Normalverbraucher realisierbar?

Jean-Claude Alix: Wenn der Mensch diesen Druck zulässt, wird er leider auch die Folgen ertragen müssen. Wie gesagt: Die Regeln des Lebens sind einfach, aber strikt. Wer nicht hören will, muss spüren. Lange zu leben ist keine Utopie. Dr. Alexis Carrel hat bewiesen, dass die menschliche Zelle unsterblich ist. Allerdings muss man dafür sowohl die biologischen Regeln von Mutter Natur, als auch die spirituellen Regeln der Menschlichkeit einhalten.

SECONDS: Herr Alix, wir bedanken uns für das Interview.

Bild- und Text-Quelle: Köln Magazin - seconds